Die große Angst vor (der) Trennung

Die große Angst vor (der) Trennung

Es gibt ein riesiges Mißverständnis in der Welt der Liebe.

Wenn in diesem Zusammenhang in der Eso- oder Spiriszene Worte wie „Loslassen“ oder „Abgrenzung“ fallen, springen viele Frauen (und ich schließe mich da nicht aus 😉 ) gleich hinters Sofa, halten sich die Ohren zu und ziehen sich die Decke übern Kopf.

Weil wir gerne lesen und hören, was wir lesen und hören wollen, machen wir manchmal die Aufmerksamkeitstür schneller zu, als es gut für uns ist.

Aber warum? Zwischen Abgrenzung und (Ab)trennung gibt es einen großen Unterschied!

Natürlich lassen wir uns viel lieber locken von Überschriften, die danach klingen, als müssten wir nur den geheimen Zauberspruch entdecken, mit dem wir in alle Ewigkeit mit unserem Liebsten in ein erfülltes, harmonisches und ausgeglichenes Liebesleben eintauchen können. Ohne jegliches eigene Dazutun, ohne irgendwas (Unangenehmes) zu fühlen, ohne auch nur einen Stuhl dafür zu verrücken.

 

Manchmal ruft das Leben aber nach Veränderung, nach neuen Erfahrungen und auch danach, genauer hinzusehen und wieder hervorzukommen aus dem Versteck hinter´m Sofa. Unter der Decke passiert nicht besonders viel – und du bist nicht dafür gemacht, dich ständig zu ducken und an deinen Möglichkeiten vorbei zu leben.

Das kann aber u.U. passieren, wenn du in einer Beziehung (egal welcher Art) deine Nase zu sehr in das Energiefeld und die Probleme deines Liebsten steckst, so dass du:

  • für ihn mitleidest, wenn du weißt oder spürst, dass er Probleme hat – aber das hilft weder ihm noch dir und verändert die Situation nicht
  • dich selbst und das, was deine Seele dir sagen will, kaum über verschwommen bis gar nicht mehr wahrnehmen kannst

 

Um es deutlicher zu machen:

Stell dir vor, du bewohnst ein Haus und dein Liebster wohnt gegenüber.

Jetzt springst du Tag und Nacht an, in und um sein Haus herum. Du prüfst ständig, ob er noch da ist, ob er auch den Müll rausgebracht hat, ob er vielleicht Besuch bekommt, wie lange er arbeitet, welche Zeitung er liest, wann er welche Nachrichten verschickt, ob er seine Blumen auch gießt und genügend Schlaf bekommt. Die Liste ist beliebig erweiterbar.

Wie sieht dein Haus dann aus? Bewohnst du es oder bist du im Grunde schon längst gedanklich gegenüber eingezogen und dein eigenes steht eigentlich leer?

Genau so fühlst du dich dann auch. Und wunderst dich, warum du an Kraft verlierst.

Eine gesunde Abgrenzung bedeutet: du bist bei dir, er ist bei sich.

  • Dann kannst du leichter spüren, wenn er dich wirklich braucht (und nicht, wenn du glaubst, dass du für ihn da sein oder um ihn kämpfen musst)
  • Zwischen euren „Häusern“ kann ein gesunder Austausch stattfinden, er kann freiwillig auf dich zukommen, wenn er das möchte und in der Lage dazu ist
  • Er fühlt sich nicht von dir „umzingelt“ und unter Druck gesetzt

Und dazwischen kann Austausch stattfinden.

Wenn dieser aber nicht möglich ist?

Dann muss es immer noch nicht um Trennung gehen!

Dass „er“ schweigt, nicht reagiert oder sich nicht klar zu dir positioniert, hat nicht immer damit zu tun, dass du ihm egal bist oder er so gar keine Gefühle hat.

Männer ziehen sich mit Vorliebe in ihre „Höhle“ zurück, wenn sie z.B. überfordert sind; Zeit für sich brauchen; Angst vor (Fehl)entscheidungen haben; Liebe&Beziehung vielleicht nicht gerade die oberste Prioriät in ihrem Leben ist; sich selbst nicht gut fühlen;  noch mehr in der (ungeklärten) Vergangenheit leben als in der Gegenwart; sich anderen Menschen gegenüber stark verpflichtet fühlen; die eigenen Bedürfnisse nach hinten stellen… – und dienen dir gerade dann damit, wenn du dadurch die größten Unsicherheiten erlebst.

Das klingt schräg, ich weiß. Aber was er in dir verunsichert, war schon vorher da und du bekommst durch ihn die Möglichkeit, diese Baustellen in deinem Haus zu erkennen und zu korrigieren.

Zeiten der Stille, des Rückzugs und des Schweigens des Lieblingsmenschen sind nicht gerade leicht verständlich – und schon geht es los mit unseren Ängsten:

  • ihn zu verlieren
  • von ihm vergessen zu werden
  • alleine zu bleiben
  • nicht liebenswert zu sein

Wenn du darunter sehr leidest und vor allem über einen längeren Zeitraum, kann das mehrere Gründe haben, z.B.:

  • dein inneres Kind sucht nach Aufmerksamkeit und Liebe und glaubt, wenn ein Mensch nicht reagiert, dass das automatisch Ablehnung bedeutet
  • du projizierst deine Wünsche, Bedürfnisse und Sehnsüchte unreflektiert auf deinen Liebsten und glaubst (auch unbewusst), dass er dafür zuständig ist und dein Glück von ihm und seinem Verhalten abhängt
  • du hast in einem anderen Leben einen Eid, einen Schwur oder ein Versprechen gegeben, z.B. immer für ihn da zu sein, ewig auf ihn zu warten oder etwas wieder gut machen zu müssen. Diese damals ausgesprochenen Sätze wirken noch immer – selten aber so, dass du dich tatsächlich gut damit fühlst!

Wenn du dich mit deinem Lieblingsmenschen tief verbunden fühlst und das Gefühl hast, es geht eher 2 Schritte zurück als einen vor, kann es sich um einen Seelenpartner handeln, der dir begegnet ist, um etwas (gemeinsam) Ungeklärtes zu heilen oder dir auch als Sprungbrett dient, etwas (Gravierendes) in deinem Leben zu verändern.

Deine Angst vor Trennung ist total verständlich. Aber dein eigenes Haus deswegen nicht zu bewohnen, ist nicht unbedingt empfehlenswert. Umso mehr aber diese Übung von Susanne Hühn, mit der du dich abgrenzen und damit vermeiden kannst, all zu viele Spaziergänge ins nachbarliche Grundstück zu machen 😉 :

Die Goldene Acht

 „Immer wenn du das Gefühl hast, du lässt dich zu sehr in das Energiefeld eines anderen ziehen – sei es, dass es automatisch geschieht, sei es, dass der andere dich anzapfen will oder gar, dass du selbst in die Haut und das Kraftfeld des anderen hineinschlüpfen möchtest -, dann stelle dir vor, dass ihr durch eine goldene Acht verbunden seid.

Der Kreuzungspunkt ist in der Mitte zwischen euch, und jeder hat einen genügend großen Raum innerhalb der Acht. Wenn sich eure Energien vermischen, du selbst in deinem Gefühl verschwimmst und unklar wirst, dann liegt das daran, dass du einen energetischen Kreis um dich und den anderen gelegt oder es zumindest zugelassen hast. Legst du dagegen die Acht bewusst, hat jeder seinen abgegrenzten Bereich, und ihr seid dennoch miteinander verbunden.

Der andere hat keinen Zugriff mehr auf deine Energie, du selbst bist geschützt und stabil. Du nimmst dir außerdem gleichzeitig die süchtig machende Möglichkeit, die Energie des anderen an dich zu ziehen. Die goldene Acht kannst du auch anwenden, wenn du schwierige Telefongespräche führst oder zu sehr in die Rolle des inneren Kindes rutschst, sobald dir eine Autoritätsperson begegnet.

Die Erfahrung zeigt, das die Energie der goldenen Acht stärker ist als jeder Versuch, dich in einen Kreis zu binden, weil sie die geistigen Gesetze des freien Willens und der Selbstbestimmung, der Achtsamkeit und der Achtung vor dem anderen widerspiegelt.

So wirst du frei, selbst zu entscheiden, auch wenn der andere noch so sehr versucht, dich an sich zu binden.

Wenn du selbst bemerkst, dass du Bindungsenergien aussendest und du es nicht mit deiner bewussten Absicht ändern kannst, leg die goldene Acht um euch beide. Dann spürst du dich selbst wieder und signalisierst dir, dass du nicht mehr bereit bist, dich auf süchtig machende Beziehungen einzulassen.

Du bekommst dadurch das Geschenk der Selbstbestimmung und der Handlungsfähigkeit zurück.“

→ Ein Auszug mit freundlicher Genehmigung aus ihrem Buch:

„Ich lasse deines bei dir – Co-Abhängigkeit erkennen und lösen“

Deine Liebessituation ist individuell, so wie es euer jeweiliger Seelenplan auch ist. Deswegen helfen diverse Liebesratgeber nicht sonderlich gut, wenn es darum geht, welche Taktiken und Spielchen du anwenden sollst, damit er sich dir endlich zu – statt abwendet.

Leben bedeutet nicht immer, einfach nur glücklich zu sein.

Manchmal geht es um viel mehr.

~Rebekka Gutmayer~

P.S.: Nimm dir, was du brauchen kannst. Alles andere lass einfach stehen.🙂

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Wenn du solche Sehnsucht nach ihm hast und so gerne Gewissheit hättest…

Wenn du solche Sehnsucht nach ihm hast und so gerne Gewissheit hättest…

Was machst du dann?

Vielleicht befragst du das Lenormand-Orakel im Internet zum hundertsten Mal und jetzt spuckt das Mistding ausgerechnet heute so eine blöde Karte aus. Kannst du überhaupt nicht gebrauchen, denn du wünschst dir was Gutes. Ein hoffnungsfrohes Zeichen darf es sein, am Besten die Sonne, oder wenigstens das Kleeblatt!

Gut, wenn das nicht läuft, dann rufen wir eben die Wahrsagerin an. Uh, die ist heute aber auch nicht gut drauf. Hatte sie das letzte Mal nicht von dem großen Aufschwung gesprochen? Und jetzt- Zeit für sich soll er brauchen? Pfff, wie lange denn noch?

Mit so viel Zeit kann ich mir ja ein Gartenhaus bauen und den Kräutern beim Wachsen zusehen! Und wenn ich dann die ersten Tomaten ernte, finde ich ihn wohl als Schnecke im Salat?

So geht das nicht weiter, es muss eine Lösung her. Gleich mal nach der Dualseelen-Legung für diese Woche kucken. Da gibt´s doch sicher endlich Info´s, wenn der Liebste schon nicht wirklich spricht, mit denen ein bisschen Klarheit in die Nummer kommt, das ist doch nicht zuviel verlangt!

(Dazwischen siehst du zum fünfundreißigsten Mal für heute auf dein Handy. Blödmann. Pah, mir egal, soll er doch machen was er will!)

Was labert die denn heute so lange um den heißen Brei? Das interessiert mich nicht, ich will KLARHEIT und INFOS! Ah, jetzt sagt sie endlich was zum Thema…wie, Rückzüge?! Zeit für Besinnung und Stille? Ich flipp aus…wie oft denn noch? Die Stimmung kippt mal wieder.

Noch ein Blick aufs Handy…vielleicht hat sie ja Recht. Vielleicht haben sie alle Recht? Vielleicht bist du einfach nur wieder zu ungeduldig. Oder braucht es jetzt doch jemand, der ihm mal seine Blockaden löst, damit hier endlich was vorwärts geht…?

Und so geht es Woche für Woche, du suchst Sicherheit und willst wissen, wie es weiter geht, mit deinem Lieblingsmenschen. Oder Seelenpartner. Oder ist er doch deine Zwillingsflamme?

Das Dumme ist, das kann dir keiner wirklich sagen. Und selbst wenn du das Glück hättest, dass es einer könnte, du würdest es nicht glauben wollen. Ja, so seltsam ticken wir.

Und der Gedanke von „ach wenn doch nur eine klitzekleine Nachricht von ihm käme, dann wäre ich soooo froh“ ist leider auch irrtümlich. Denn du würdest dich nur ganz kurz freuen und dich dann fragen „warum hat er nicht mehr geschrieben, ist DAS Alles?“ oder „wie lange braucht er wohl, bis er jetzt wieder antwortet?“, denn höchstwahrscheinlich hättest du schon postwendend eine Antwort in die Tasten getippt, dass es einem beim zugucken schwindelig wird.

Kommt dir irgendwas davon bekannt vor?

Du drehst dich im Kreis, immer und immer wieder um dieses eine kleine fucking Wort:

SICHERHEIT.

Die Sicherheit,

… dass du nicht umsonst wartest

… dass du nicht wieder verletzt wirst

… dass er immer die Wahrheit sagt

… dass er dich auch wirklich liebt

… dass er Angst hat, dich zu verlieren

… dass du dir nicht selbst einen Bären aufbindest

… dass er nicht fremdgeht

… dass er dich nicht vergisst

… dass er wirklich DER Richtige ist

Die gute Nachricht ist: das ist im Grunde fast schon Alles, was du dir wünschst.

Die schlechte: diese Sicherheit kann dir leider Niemand geben.

Ich will jetzt nicht klugscheißern und sagen, du kannst sie nur in dir selbst finden. Nö. Aber du kannst versuchen, deinem Gefühl und dem Leben etwas mehr zu vertrauen.

Yes, du kannst verletzt werden. Und ja, du kannst es dir auch weiter schwer machen, wenn du dich nur an äußeren Vorhersagen orientierst und dich nicht darum kümmerst, was dir diese Situation sagen will, um was es wirklich geht.

Wenn du weniger leiden willst, kannst du es einfach mal mit Stille versuchen.

Was du damit anfangen sollst?

Raus aus dem Gegacker deines Verstandes. Raus aus dem „es sollte anders sein“, einfach mal weg von diesen ganzen Warum´s und Wieso´s und vor allem Wann´s- und wenn es nur immer wieder mal für ein paar Minuten ist. Eine schöne Wohlfühlecke, ein paar Mal tief atmen und einfach nur Ruhe, sonst Nichts. Unspektakulär, hm? Wie man´s nimmt.

In dir selbst ist ein verdammt kluger Kern. Er ist sehr weise und er ist still. Er ist klüger als alle Kartenlegungen, Weissagungen und Orakel dieser Welt zusammen.

Und wenn du dir diese Zeit nimmst, dann kann es sehr gut sein, dass er dir aus dieser Stille heraus Botschaften übermittelt, direkt von der Quelle, die es am Besten weiß.

Ganz egal, wie du sie nennen willst. Du bist ein Teil von ihr und vom großen Ganzen.

Ja, einfach ist anders, denn wir suchen nicht umsonst so verkniffen nach Sicherheit. In uns steckt eine scheiß Urangst, wir haben so oft so Vieles verloren und sie steckt nicht nur in uns, sie steckt im ganzen Kollektiv. Aber du hast die Wahl, dich weiter mit dieser Angst um ein kleines bisschen Sicherheit im Kreis zu drehen oder es mal anders zu probieren und dich vielleicht wieder etwas mehr mit deinem eigenen Kern anzufreunden.

Es ist egal wie sehr du versuchst, dich abzulenken oder wie sehr du dich an einer Illusion von Sicherheit festhalten willst. Deine Seele weiß genau, mit wem sie verabredet ist und welche Erfahrungen sie sich wünscht. Du kannst Vieles, aber nicht Alles beeinflussen. Vor allem aber kannst du dir selbst helfen, dass die Erfahrungen leichter werden.

Dazu ein anderes Mal noch mehr 😉

~Rebekka Gutmayer~

P.S.: Nimm dir, was für dich stimmig ist, alles andere lass einfach hier. 🙂

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